Meilensteine

 

1980

Am 27. März 1980 gründen der tibetische Arzt und Lama, Dr. Akong Tulku Rinpoche, Lea Wyler und deren Vater, Dr. Veit Wyler, den Verein ROKPA INTERNATIONAL mit Sitz in Zürich.

Die ersten Aktivitäten von ROKPA beginnen mit der Unterstützung von tibetischen Flüchtlingen in Indien und Nepal.

1983

Dr. Akong Tulku Rinpoche kehrt zum ersten Mal seit seiner dramatischen Flucht im Jahre 1959 in die tibetischen Gebiete Chinas zurück. Die Armut vor Ort berührt ihn tief und die Planung der ROKPA Hilfsprojekte in Ost-Tibet beginnt.

1985 – 1988

Gründung von ROKPA Zweigstellen in England, Deutschland, Belgien und Holland.

 

1990 – 1999

 

1990

Nach jahrelangen Verhandlungen und etlichen Besuchen können erste Projekte in den tibetischen Gebieten Chinas realisiert werden: Die Palpung Clinic und University sowie das Sichuan Tibetan College.

In Kathmandu/Nepal wird die ROKPA Gassenküche eröffnet, welche seither jährlich mit Hilfe von Freiwilligen während der kältesten Wintermonate geführt wird.

Lea Wyler nimmt die ersten sieben nepalesischen Strassenkinder auf und wird zu deren Mutter. Die Kinder leben in einfachen Heimschulen. Deren Ausbildung und Essen wird durch Spenden finanziert.

Lea Wyler reist nach Kalkutta und trifft Mutter Teresa, die sie in ihrer Aufgabe bestärkt. Sie ist tief beeindruckt.

Gründung von ROKPA Zweigstellen in Frankreich, Österreich, Indien und Spanien.

1991

ROKPA beginnt mit der Unterstützung von Dolma Lhakang, dem Kloster von Akong Rinpoche. Die Klinik und die 5 angrenzenden Frauenklöster liegen in den östlichen tibetischen Hochländern. Später wurde das zerstörte Kloster wieder aufgebaut und von ROKPA finanziert. All diese Projekte wurden von 1991 bis 2016 komplett durch ROKPA unterstützt. In diesem Gebiet beginnt ROKPA ausserdem mit dem Sponsoring des Tsawagang Tibetan Medical College. 

ROKPA richtet in Kathmandu während den Wintermonaten ein Kleiderdepot ein: Hier dürfen sich obdach- und mittellose Menschen mit warmen Kleidern eindecken. Dieses Depot besteht bis heute.

Zum ersten Mal werden Bedürftige im medizinischen Ambulatorium (Teil der ROKPA Gassenküche in Kathmandu) durch Ärzte und Krankenschwestern aus der ganzen Welt gratis medizinisch versorgt. Auch dieses Hilfsangebot besteht bis heute.

Gründung von ROKPA Zweigstellen in Kanada, USA, Italien und Südafrika.

1992

Akong Rinpoche trifft Mutter Teresa in Glasgow.

Gründung von ROKPA in Simbabwe.

1993

In Yushu, Ost-Tibet, wird die erste von ROKPA gebaute und unterstützte Waisenschule eröffnet, welche später um eine Klinik sowie einem Ausbildungszentrum in Tibetischer Medizin erweitert wird. Tausende Waisen- und Halbwaisen erhalten eine Ausbildung und ROKPA wird zu ihrer Ersatzfamilie.

Gründung der ROKPA Frauenwerkstatt in Kathmandu: Die ersten vier Frauen, frühere Bettlerinnen, werden im Nähen ausgebildet.

Lea Wyler wird in Zürich mit dem Johanniter-Orden ausgezeichnet.

Gründung von ROKPA in Nepal.

1994

Akong Rinpoche’s erster offizieller Besuch in Simbabwe: “Nährt die Menschen – das ist das Wichtigste” – sagt er.

1995

Beginn der Gassenküche in Johannesburg.

Gründung von ROKPA in Polen.

1996

In Simbabwe wird eine Gassenküche eröffnet.

ROKPA in Simbabwe beginnt mit der Arbeit mit Menschen, die an HIV erkrankt sind. Dazu gehört die Unterstützung von Behandlungen von opportunistischen Infektionen, Programme zur Reduktion von Stigmen, das Fördern von Selbsthilfegruppen sowie die Methoden des Akong Rinpoche’s Tara Rokpa. Diese werden bis heute angewendet. 

ROKPA mietet in Boudha, Kathmandu, ein Haus und eröffnet das ROKPA Kinderhaus. Es bietet 35 Kindern ein Zuhause in familiärem Rahmen und ermöglicht ihnen eine Ausbildung.

1997

Eröffnung von ROKPA in Irland.

1998

In Simbabwe startet die Harare Batsiranai-Kooperation, als vierzehn Mütter von beeinträchtigten Kindern durch ROKPA's Unterstützung eine Selbsthilfegruppe gründen. Später half ROKPA bei der Finanzierung der Häuser sowie bei der Führung einer Tagesbetreuung für die Kinder. Dazu gehören Physiotherapien sowie Arbeitsräume und Büros für die Stickerei-Projekte. 

1999

Die Projektreise in die tibetischen Gebiete Chinas findet zum ersten Mal in der heutigen Form statt. Jedes Jahr reist Lea Wyler und ihr Team, bis 2012 unter der Leitung von Akong Rinpoche, für einige Monate durchs Land, um laufende ROKPA Projekte zu besuchen und zu evaluieren.

 

2000 – 2010

 

2000

Lea Wyler wird in Zürich mit dem Jonas Furrer-Preis ausgezeichnet.

2002

Im Simbabwe startet ROKPA mit dem Low Input Garden Project (LIG): Dazu gehört u.a. Ernährungslehre, der Anbau von medizinischen Kräutern sowie Kompostieren. Zusätzlich unterstützt ROKPA bei der Einkommensförderung mit Projekten wie Stickerei, Batik, Herstellung von Erdnussbutter, Kerzen, Seifen und Bodenreinigungsmittel. Ziel ist es, die Eigenständigkeit der Frauen zu fördern, damit diese für ihre armen Familien sorgen können.

Die medizinische Anlaufstelle in Harare (Simbabwe), wo kranke und bedürftige Menschen mit Medizin und Nahrung versorgt werden, wird eröffnet. 

Gründung von ROKPA in Finnland. 

2004

Akong Rinpoche wird der Yunan Preis übergeben. Von nun an erhalten er und ROKPA unzählige Preise für die karitative und innovative Arbeit.

2005

Rechtzeitig zum 25-Jahr-Jubiläum weiht ROKPA zusammen mit 500 Gästen aus aller Welt das neue ROKPA Kinderhaus für bis zu 60 Kindern in Kathmandu ein. Traumatisierte Strassenkinder finden hier ein Zuhause und erfahren zum ersten Mal in ihrem Leben Geborgenheit.

Die BBC sucht ROKPA aus Tausenden von Hilfswerken aus und dreht einen Lifeline-Film über die Aktivitäten in Nepal.

Zehn der früheren Strassenkinder aus Nepal bereisen Europa mit einer berührenden Tanzvorführung, welche ihr Leben auf der Strasse erzählt.

Südafrika: Gründung der Tirisano-Krippe für die Kinder der ärmsten Siedlungen von Groot Marico – nahe am Tara Rokpa Land und fünf Stunden von Johannesburg entfernt. 

2006

In Simbabwe nimmt ROKPA am "National Action Plan for Orphans and Vulnerable Children", einem UNICEF-Programm, teil. 

2008

Start des Projekts "Erhaltung Tibetischer Medizin" in Nangchen im tibetischen Hochland. Ziel ist es, dass sowohl die Tradition der tibetischen Heilkunst als auch die dafür verwendeten, z.T. aussterbenden Pflanzen, erhalten und neu angepflanzt werden.

ROKPA Schweiz führt eine Charity-Gala durch mit zahlreichen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Show-Business. Die Organisation erlangt dadurch starke mediale Aufmerksamkeit. 

2009

ROKPA eröffnet das ROKPA Guest House in Boudha, Kathmandu, mit 4 Suiten und 11 Zimmern. Mit diesem Projekt soll die nachhaltige Finanzierung des ROKPA Kinderhauses gesichert werden.

Im Juni/Juli sind zehn der begabtesten ROKPA Kinder (frühere Strassenkinder) aus Kathmandu ans bekannte BRAVE Festival in Wroclaw, Polen eingeladen, wo sie mit Waisenkindern aus afrikanischen Ländern eine gemeinsame Vorstellung einstudieren. Die ROKPA Kids (so heisst die Gruppe von nun an) präsentieren ihr eigenes Leben in Tanz und Musik.

 

2010 – 2020

 

2010

März: ROKPA ist 30 Jahre alt. Aus dem kleinen Hilfswerk, das 1980 in Zürich gegründet wurde, ist eine Organisation entstanden, die in 18 Ländern vertreten ist und dafür sorgt, dass Menschen geholfen wird, die von anderen Hilfsorganisationen kaum Hilfe erhalten.

April: Beim verheerenden Erdbeben in Yushu (tibetisches Hochland) leistet ROKPA Soforthilfe. Dank grosszügigen Spenden aus der ganzen Welt und von der DEZA kann ROKPA weit über 100 Zelte für die auf einen Schlag obdachlos gewordenen Tibeter liefern. Die geheizten Zelte haben den Erdbebenopfern ermöglicht, den eiskalten Winter zu überleben.

ROKPA existiert nun in 18 Länndern.

2011

Würdigung durch die UN. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) würdigt mit der Wanderausstellung “60 Years 6 Lives” den ausserordentlichen Beitrag, den sechs ehemalige Flüchtlinge in Grossbritannien (ihrer neuen Heimat) für die Gesellschaft geleistet haben. Einer der porträtierten Flüchtlinge ist Akong Rinpoche, Präsident und Mitgründer von ROKPA, der 1959 aus Tibet nach England floh.

2012

Unter der Leitung von Andreas Vollenweider und Lea Wyler präsentieren die ROKPA Kids erneut ihre eigene Geschichte durch Theater, Tanz und Musik. Sie vermögen durch die Authentizität ihrer Darbietungen eine unglaubliche Nähe zu erzeugen, die tief zu berühren vermag – Andreas Vollenweider begleitet die Aufführungen musikalisch.

2013

Dr. Akong Tulku Rinpoche stirbt am 8. Oktober im Alter von 73 Jahren in China in Folge eines Gewaltverbrechens. Bis heute trauern tausende Menschen auf der ganzen Welt um ihn. Mit der Unterstützung ihrer Teams in der Schweiz, Nepal und Afrika, übernimmt Lea Wyler die Leitung von ROKPA.

In Simbabwe wird das Chitungwiza Relief Day Care Centre für Kinder mit einer Beeinträchtigung offiziell eröffnet. 

2015

Das Erdbeben vom 25. April 2015 mit dem Epizentrum nordwestlich von Kathmandu hat in Nepal über 8'500 Menschenleben gefordert. Viele Menschen haben alles verloren, insbesondere die mehrheitlich bettelarme Bevölkerung im gebirgigen Hinterland von Kathmandu. Der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude wird viele Jahre andauern. ROKPA fokussiert die Hilfe insbesondere auf den Wiederaufbau von Schulen in abgelegenen Gebieten wie der Region Jiri. 

In Simbabwe wird von diesem Jahr an die Finanzierung erhöht. 

Am 18. September feiern in Zürich knapp 500 ROKPA Freunde zusammen mit Gründerin Lea Wyler und mit Kindern aus dem Kinderhaus in Kathmandu das 35-jährige Jubiläum von ROKPA.

2016

Beginn des ROKPA Permakultur-Projekts im Tara Rokpa Centre in Groot Marico, Südafrika. 

Start des Projekts "Circle of Nourishment" in Kaptstadt, Südafrika. Mittellose Mütter und ihre Neugeborenen erhalten hier Unterstützung – auch während der Zeit danach. 

Zusammeschluss von ROKPA INTERNATIONAL und ROKPA Schweiz. Die neu gewählte Präsidentin von ROKPA INTERNATIONAL ist Lea Wyler.

Nach beinahe 30 Jahren und 457 Projekten, findet in diesem Jahr leider die letzte Projektreise von Lea Wyler in die tibetischen Gebiete Chinas statt. 

2017

Seit dem Tod des ehemaligen Präsidenten Akong Rinpoche im Jahr 2013 hat sich das Engagement in den tibetischen Gebieten Chinas leider erschwert. Doch wir geben nicht auf: Momentan können wir einige wenige Projekte in dieser Region durch lokale Partner weiterführen. 

Simbabwe: ROKPA wird zum grössten Mittelgeber – sämtliche Projekte werden ausgedehnt. 

ROKPA beginnt mit der Unterstützung der Chikukwa Preschool in der abgelegenen östlichen Region von Simbabwe. 

2018

Eröffnung des Akong Rinpoche Memorial Centers in Kathmandu. Im neuen Berufsbildungs-Zentrum erhalten ab 2018 mehrere Dutzend Jugendliche und Frauen eine Ausbildung in den Bereichen Hotelfach und Textilhandwerk.

Ausweitung der Projektarbeit in Südafrika und Simbabwe. 

2019

Die ersten Hospitality-Studierenden beenden ihr Studium mit anschliessendem sechsmonatigen Praktikum in Partnerhotels in Kathmandu. Sie alle erhalten ein staatlich zugelassendes Zertifikat.

In Chikukwa, Simbabwe, bietet ROKPA Nothilfe nach dem Zyklon Idai sowie zusätzliche Unterstützung für posttraumatische Behandlungen für Kinder und besonders schutzbedürftige Familien. 

2020

Dieses Jahr kennzeichnet den 40. Geburtstag von ROKPA. 

In Nubri (Nepal), nahe der tibetischen Grenze, wurde ein Waldorf-Kindergarten mit Platz für bis zu 70 Kindern eröffnet. 

Die Konstruktion und der Bau eines neuen Ausbildungszentrums in Sundarijal, in der Nähe von Kathmandu, beginnt. 

ROKPA startet mit COVID-19-Nothilfeprojekten in Nepal, Simbabwe und Südafrika. An Tausende hungringe und arbeitslose Menschen und Familien werden Esspakete verteilt. In einem Township von Kapstadt wird zusätzlich ein Gemeinschaftsgarten errichtet sowie Kunstmaterial und Internet-Zugang bereitgestellt.

 

ROKPA heute

Der Hauptsitz von ROKPA INTERNATIONAL ist in Zürich, Schweiz. Das Team besteht aus sechs Angestellten, welche von rund 30 Freiwilligen unterstützt werden. Die Vision und die Arbeit werden ausserdem von Botschaftern und Botschafterinnen aus der ganzen Welt getragen – Personen, die Akong Rinpoche, Lea Wyler und ROKPA schon seit Jahren kennen. In den Projektländern sind rund 60 Mitarbeiter und 40 Freiwillige für ROKPA im Einsatz. 

Bis heute hat die Organisation 460 Projekte in den tibetischen Gebieten Chinas, 30 in Nepal sowie 30 Projekte in Afrika umgesetzt. Zusätzlich wurden in der Vergangenheit rund 1'900 Menschen mittels Einzelpatenschaften unterstützt.