Alphabetisierung: Der Schlüssel zur modernen Welt

ROKPA fördert Alphabetisierungskurse für junge Erwachsene, damit auch Menschen aus bildungsfernen Familien eine Chance haben, in der modernen Arbeitswelt einen Platz zu finden.

Die Alphabetisierung ist ein Instrument, um den Teufelskreis von Unwissenheit, Armut, Hunger und Krankheit zu durchbrechen. Viele junge Erwachsene, mehrheitlich aus Nomadenfamilien, sind nie in ihrem Leben zur Schule gegangen. Deshalb fördert ROKPA Kurse, in welchen sie Lesen und Schreiben lernen.

Alphabetisierungsprojekt in Qinghai, Ost-Tibet

Aus wirtschaftlichen Gründen ziehen Nomadenvölker vermehrt in die umliegenden Städte. Da viele von ihnen weder lesen noch schreiben können, ist es schwierig bis unmöglich, in den urbanen Regionen eine Stelle zu finden. Mit diesem Alphabetisierungsprojekt verbessert ROKPA ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt beträchtlich. Jährlich werden 50 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 22 und 37 Jahren unterrichtet.

Die Lehrpersonen berichten, dass die Schülerinnen und Schüler sehr motiviert sind. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ältere Studentinnen und Studenten sehr neugierig und lernbereit sind. Sie wissen, dass die Beherrschung der Sprache der Schlüssel zum Erfolg ist“, berichtet ein Lehrer. Mit monatlichen Tests gewährleistet die Schule die Lernfortschritte.

Wer am Alphabetisierungsprojekt teilnimmt, empfindet dies als Privileg. „An meiner früheren Schule durfte ich nicht bleiben, da ich zu alt war. Als ich meine Ausbildung hier antrat, hab ich gemerkt, wie gut das Lehrpersonal ist. Ich lerne viel schneller wie früher. Es ist mein Wunsch, eine gute Lehrerin zu werden. Ich hoffe, eines Tages vielen Menschen, die aus ähnlichen Umfeldern stammen wie ich, helfen zu können.“, so eine 22-jährige Studentin.