Leben retten: Medizinische Nothilfe

ROKPA rettet mit der Finanzierung von kleineren und grösseren (Not-) Operationen Leben. Unser Hilfswerk hilft mittellosen Menschen in Not durch unbürokratische Soforthilfe und organisiert notwendige Behandlungen für kranke oder verunfallte Kinder und Erwachsene möglichst unbürokratisch.

Eine Krankenversicherung im westlichen Sinne gibt es in China nicht. An den Spitalkosten beteiligt sich der Staat mittlerweile mit 60%, jedoch nur, wenn das Spital in derselben Provinz liegt wie der Wohnort des Patienten. In den dünn besiedelten tibetischen Gebieten Chinas sind die Spitäler aber längst nicht für alle Krankheitsfälle ausgerüstet. Braucht es eine spezialisierte Klinik, trägt die Familie weiterhin die vollen Kosten.

Die ungenügende medizinische Infrastruktur und die unerschwinglichen Behandlungskosten führen dazu, dass Menschen auch mit schwerwiegender Erkrankung oder Verletzung kaum oder gar keinen Zugang zu einer modernen medizinischen Versorgung haben. Oft werden deshalb Krankheiten nicht oder nicht rechtzeitig erkannt, die gesundheitliche Verfassung der Betroffenen verschlechtert sich und eigentlich heilbare Leiden können so sogar zum Tod führen.

Unerschwingliche Operation zur Rettung eines Säuglings

Die 22 jährige Yangzom Chutso aus Yushu ist Mutter eines 6-Monate alten Babys. Der Junge leidet seit seiner Geburt unter einer Anomalie im Unterleibsbereich. Beim Wasserlassen fliesst der Urin aus seinem Bauchnabel. Sein Bauch ist in diesem Bereich zudem stark entzündet.

Von ihrem Arzt in Yushu wurde Yangzom Chutso an das Krankenhaus in Xining verwiesen. Dort empfahl man ihr eine Operation, welche jedoch nur von Spezialärzten in Chengdu oder Peking durchgeführt werden kann. Die Operation kostet zusammen mit dem Spitalaufenthalt umgerechnet rund 40‘000 Franken – unbezahlbar für die alleinerziehende Mutter, die in Yushu in einem Restaurant arbeitet.

Yangzom Chutso startete eine Sammelaktion bei Freunden und Familienmitgliedern. Als ROKPA von ihrer Situation hörte, hatte sie rund die Hälfte der benötigten Summe zusammen. Da die Operation möglichst rasch erfolgen musste, zahlte ROKPA der Mutter einen Teil der fehlenden Gelder aus dem Medizin-Fonds.