Ein Zuhause für Kathmandus Strassenkinder

Das ROKPA Kinderhaus bietet Platz für rund 60 ehemalige Strassenkinder. Hier erfahren sie – vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben – Geborgenheit und Sicherheit, werden individuell gefördert und für den Arbeitsmarkt ausgebildet.

Waisenkinder und Kinder verarmter Familien werden im ROKPA Kinderhaus mit offenen Armen aufgenommen, liebevoll gepflegt und erhalten sowohl eine Wissens- als auch eine Herzensbildung. Dank Spendengeldern werden diese Kinder zu verantwortungsvollen und selbstbewussten Menschen erzogen, die niemals mehr betteln müssen.

Neben den sozialen Kontakten, der Zugehörigkeit zu einer „Familie“, ist die Reintegration dieser Kinder in die Gesellschaft wichtig, da sie auf Grund ihres Stigmas „Strassenkind“ wie Ausgestossene behandelt wurden. Dank geschulten Betreuungspersonen, mit Musik, Tanztheater, Sport und viel Zuneigung, lernen sie ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und zu überwinden.

Kinder von der Strasse retten

Sachspenden

Falls Sie die ROKPA Kinder mit Sachspenden unterstützen möchten, bitten wir Sie, sich zuerst mit dem ROKPA Hauptsitz in Zürich in Verbindung zu setzen. Gerne geben wir Ihnen Auskunft darüber, was vor Ort benötigt wird. Herzlichen Dank!

So können Sie uns erreichen: Tel.: 044 262 68 88, E-Mail: info (at) rokpa.org

Ehemalige Strassenkinder erzählen....

  • «Das Strassenleben hatte mich hart gemacht. Die Gasse bedeutete für mich Freiheit! Doch was für eine Freiheit war das? Es war die Freiheit von allen übersehen und missachtet zu werden, die Freiheit alles zu tun oder überhaupt nichts zu tun.

    Manchmal frage ich mich, was aus meinem Leben geworden wäre, wenn mich Mummy Lea nicht aufgelesen hätte. Wenn ich heute an der Stupa in Boudha (Kathmandu) vorbeigehe, sehe ich manchmal alte Freunde aus meiner Strassenzeit: Sie leben noch immer auf der Strasse, während mein Leben vollkommen anders verlaufen ist. Einige von ihnen waren schon mehrmals im Gefängnis!

    Ich bin glücklich zur ROKPA-Familie zu gehören. Nun habe ich über 60 Brüder und Schwestern. Es ist wunderbar mit Menschen zusammen zu leben, die man liebt und achtet. Meine Eltern stritten sich jede Nacht. Mein kleiner Bruder und ich weinten uns jede Nacht in den Schlaf. Niemand tröstete uns.

    Mummy Lea und ROKPA haben mich mit Essen, Unterkunft, Kleider und einer hochstehenden Ausbildung versorgt. Dies hat mir geholfen zu begreifen, wer ich bin, was ich mache und wohin mein Weg in Zukunft führen wird.»

  • «Ich wuchs in einem Dorf bei meinen Grosseltern auf, weil meine Eltern in Kathmandu arbeiteten. Obwohl ich sehr klein war, musste ich mich von morgens bis abends um alle Haushaltarbeiten kümmern.

    Eines Tages holten mich meine Eltern ab. Mein Vater trank übermässig und schlug meine Mutter regelmässig. Es schmerzte mich, dies zu sehen, doch ich konnte nichts tun. Manchmal gab es tagelang nichts zu essen. Mit meiner Mutter ging ich zur Gassenküche von ROKPA, wo wir morgens heissen Tee mit Brot und mittags eine warme Mahlzeit erhielten.

    Da wir täglich kamen, bemerkte mich Mummy Lea. Sie fragte mich, ob ich die Schule besuchen möchte. Ich bejahte, denn dies war mein grosser Traum. Ich schaute stets den Kindern nach, die zur Schule gingen und wünschte mir sehnlichst, eines von ihnen zu sein.

    ROKPA hat mich 1996 aufgenommen. Seitdem habe ich sehr viel gelernt – nicht nur in der Schule, sondern auch über das wahre Leben. Ich war einmal das vernachlässigte Kind von Ausgestossenen und hatte keine Identität. Dank ROKPA werde ich heute nicht mehr gedemütigt. Ich habe Freunde, kann lesen, schreiben, eigene Entscheidungen treffen und zwischen Gutem und Schlechtem unterscheiden.

    Mein dunkles Leben verblasst langsam. Die Bildung, welche mir ROKPA ermöglicht hat, stärkt mein Selbstvertrauen und gibt mir die Chance, meine Träume zu verwirklichen.»

  • «Ich komme aus einer weit abgelegenen Region im Himalaja – Dolpo genannt – wo die Menschen als Nomaden leben. Es war ein sehr hartes Leben, das man nicht mit dem Stadtleben vergleichen kann. Meine Eltern sind sehr arm.

    Als ich an Masern erkrankte und die hohen Lamas mich nicht heilen konnten, beschlossen meine Eltern, mich zur Behandlung nach Kathmandu zu bringen. Ich wurde in einem der billigsten Krankenhäuser aufgenommen. Währenddessen bettelten meine Eltern auf der Strasse. Doch das Geld reichte nicht einmal für die Medikamente.

    Eines Tages entdeckte meine Mutter einen Ort, wo morgens heisser Tee mit einem Brötchen und mittags eine warme Mahlzeit serviert wurde (ROKPAs Gassenküche). Am nächsten Tag brachten mich meine Eltern zum angegliederten Medizinzelt in der Hoffnung, dass meine Heilungskosten übernommen werden. Hier begegnete ich Mummy Lea. An diesem Tag änderte sich mein Leben komplett: Mein Leben wurde dank ROKPA viel besser...  ich bekam über 60 neue Brüder und Schwestern und besuchte die Schule.

    Nun bin ich ein junger Erwachsener und studiere in Holland an einer Tourismusfachschule. Mummy Lea hat mich dazu inspiriert. Mir geht es sehr gut, weil ich mir keine Sorgen um meine berufliche Zukunft machen muss und fähig bin, auf eigenen Füssen zu stehen.»

  • «Wenn ich heute danach strebe, meine Ziele mit Engagement und Entschlossenheit zu erreichen, erinnere ich mich stets daran, wie sich mein Leben änderte als meine zweite Mutter in mein Leben trat.

    Nachdem meine leibliche Mutter starb als ich fünf oder sechs Jahre alt war, und mich meine sogenannten Verwandten aussetzten, stand ich kurz davor, ein Taugenichts zu werden. Doch ich wurde von ROKPA aufgegriffen und in eine gute Schule geschickt. Seither habe ich nie zurückgeschaut.

    Man hat mir beigebracht stark, hilfsbereit, liebenswürdig und vor allem ein guter Mensch zu sein. Dank ROKPA bin ich gut erzogen und fähig, mein Leben zu meistern. ROKPA hat mir eine Familie gegeben. Und eine Mutter, die uns sehr liebt und uns bei jedem Lebensschritt unterstützt.

    Vor ein paar Jahren bin ich aus dem ROKPA Kinderhaus ausgezogen und lebe seither selbständig. Ich liebe jeden Augenblick meines Lebens. Ich weiss, wie man anderen Menschen helfen und ein gutes Vorbild sein kann. Heute bin ich der Manager des ROKPA Kinderhauses; zudem bin ich verantwortlich für diverse weitere ROKPA-Projekte in Nepal. Ich bin dankbar, dass Mummy Lea und ROKPA an mich geglaubt haben.»