News zur COVID-19-Pandemie vom 09.04.2020

In Simbabwe besteht seit dem 30.03.2020 Ausgangssperre. Für die beiden medizinischen Anlaufstellen (Drop-in Centre) in Harare und Chitungwiza haben unsere Projektpartner vor Ort eine Spezialbewilligung beantragt. Momentan können die beiden Zentren an zwei Tagen geöffnet sein. Medizinische Anlaufstellen wie diese sind in der jetzigen Situation enorm wichtig, da sich die Menschen der ärmsten Bevölkerungsschicht einen Arztbesuch oder Medikamente nicht leisten können. Ausserdem wird geprüft, ob verschreibungspflichtige Medikamente telefonisch über das Drop-in Centre bewilligt und abgegeben werden können. Die Patientinnen und Patienten nutzen normalerweise die öffentlichen Verkehrsmittel, um in eine Apotheke zu kommen – dieses zusätzliche Risiko müssten sie damit nicht mehr eingehen. Kurz vor dem Lockdown konnte noch eine Essensverteilung durchgeführt werden.

In Harare gibt es viele Menschen die auf der Strasse leben, darunter sind oft Junge oder solche mit einer psychischen Erkrankung. Sie überleben nur mit Betteln. Mit der momentanen Lockdown-Situation fällt nun aber auch diese kleine Einkommensquelle weg. Lokale Organisationen bieten seit Kurzem temporäre Unterkünfte für die Ärmsten an. Dort werden sie mit Nahrung und Decken versorgt, doch die meisten von ihnen benötigen auch medizinische Betreuung. Wir prüfen, ob und inwiefern wir unterstützen können.

In Südafrika besteht seit dem 26.03.2020 Ausgangssperre. Die Gassenküche in Johannesburg konnte kurz davor noch für einmal geöffnet werden. Die extremen Angstkäufe vor dem Lockdown machten es unmöglich, zusätzliche Nahrung für die Menschen für die Zeit dazwischen zu kaufen. Für Babys sowie stillende Mütter konnte Porridge abgeben werden – eines mit vielen Nährstoffen, welches von einem südafrikanischen Arzt speziell für HIV-Infizierte und Babys entwickelt wurde. Regierung und Stadtrat haben angekündigt, Obdachlose während der Ausgangssperre an verschiedenen Orten wie beispielsweise in Schulen unterzubringen und Nahrung bereitzustellen.

Wie in allen unseren Projektländern, ist auch die Situation in Afrika insgesamt sehr schwierig, da auch dort die Ärmsten am meisten unter der Corona-Krise leiden werden.