Bildung als Weg zur Selbstbestimmung

ROKPA finanziert Unterkunft, Essenszuschüsse, Schreibmaterial- und Transportkosten für armutsbetroffene Kinder, damit diese zur Schule gehen können.

Ohne Hilfe von aussen bleibt Waisen- und armen Nomadenkindern in den tibetischen Gebieten Chinas der Schulunterricht häufig verwehrt. Ein grosser Anteil der erwachsenen Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben.

Die ersten neun Schuljahre sind heute zwar obligatorisch und direkte Gebühren für den Unterricht fallen keine an. Aufgrund der sehr geringen Siedlungsdichte befinden sich die Schulen jedoch häufig weit entfernt vom Elternhaus der Kinder. Diese, sowie die von ROKPA spezifisch geförderten Waisenkinder, übernachten in der Schule, was zusätzliche, vom Staat nicht übernommene Kosten verursacht.

Kleine Schule mit grosser Wirkung – Primarschule in Ost-Tibet

Etwas ausser­halb eines kleinen Dorfes, in den Bergen, liegt die kleine Grundschule, wo zurzeit knapp 200 Schülerinnen und Schüler in sieben Klassen unterrichtet werden. Es gibt eine Vorschulklasse und sechs Grundschulklassen. Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 4 und 17 Jahre alt.

„Früher haben die Eltern sich nicht drum gekümmert, ob ihre Kinder in die Schule gehen oder nicht“, berichtet ein junger Lehrer. „Aber inzwischen haben sie eingesehen, dass es hilfreich ist, wenn die Kinder lesen und schreiben können.“ Die Landessprache Tibetisch wird an dieser privat geführten Schule stark gewichtet und in allen Unterrichtsfächern gesprochen.

Die Schule, die Lehrer und die Kinder haben kaum Geld zur Verfügung. In den Schlafräumen stehen deshalb entweder einfache Stockbetten oder grosse Podeste, wo alle Kinder nebeneinander wie in einem riesigen Bett schlafen.
 
Viele der Kinder wollen später Arzt oder Lehrer werden – ihr Ziel ist es, anderen Menschen zu helfen.